Pinterest vs. Instagramm – wo ist eigentlich der Unterschied?

Pinterest vs. Instagram – wo ist eigentlich der Unterschied? Aus Sicht der User und aus Sicht der Marke

Pinterest und Instagram sind in aller Munde. Viele nutzen es bereits privat und vor allem Werber sehen hier eine Chance Ihre Marketing-Botschaften unters Volk zu bringen. Auch die Nutzerzahlen zeigen deutlich die steigende Relevanz dieser beiden sozialen Plattformen: Rund 4,2 Millionen Deutsche nutzen Instagram (Quelle: https://buggisch.wordpress.com). Im Juli 2014 lag die Anzahl der deutschen Pinterest-User bei  ca. 2,1 Millionen (Quelle: https://netzoekonom.de/):

Pinterest-Nutzung in Deutschland Statistik

Pinterest-Nutzung in Deutschland

Laut Aussagen von Pinterest haben sich die Nutzerzahlen in Deutschland innerhalb eines Jahres verdoppelt, also schätzungsweise 3 Millionen deutsche User mittlerweile. (Quelle: https://buggisch.wordpress.com)

Doch wo genau liegt der Unterschied zwischen Pinterest und Instagram? In beiden Fällen kann man „irgendwie“ Bilder hochladen und mit Freunden teilen. Doch ist das wirklich alles? Natürlich steckt mehr dahinter. Und bei genauerer Betrachtung handelt es sich um zwei grundlegend verschiedene Plattformen mit verschiedenen Nutzungs-Intentionen und Funktionsweisen.

Pinterest

User und Intention

Pinterest wird zu 75 Prozent mobil genutzt (App oder mobiler Browser).

Ein interessanter Aspekt an Pinterest ist, dass es sich um ein eher weibliches Netzwerk handelt – 80 Prozent der Pinterest Nutzer sind Frauen, wobei 92 Prozent der Pins von Frauen stammen (https://blog.rjmetrics.com/).

Pinterest User nach Geschlecht

Pinterest User nach Geschlecht

Pinterest Pins nach Geschlecht

Pinterest Pins nach Geschlecht

 

Bei Pinterest geht es für die User nicht vorrangig darum, ihre Bilder hochzuladen. Vielmehr geht es um die eigenen Interessen und darum, sich passend dazu so genannte Pinnwände zu erstellen, die mit Bildern aus dem Pinterest Netzwerk gefüllt werden (Repin).

Die User schaffen sich (Traum-)Welten zu interessanten Themen, wie z.B. „Besondere Orte“ oder suchen sich Inspiration, z.B. „Mode“. Der Fokus liegt hier auf der Zukunft. Wenn ein Ereignis kurz bevor steht, wie z.B. eine Hochzeit, sammelt man Ideen dazu auf einer entsprechenden Pinnwand. Pinterest ist sehr ich-bezogen und eher zukunftsorientiert. Pinterest dient den Nutzern vor allem als Lesezeichen, um für sich selbst interessante Webfundstücke zu sichern. Ziel ist es, Neues zu entdecken, festzuhalten und sich inspirieren zu lassen. Jedem Repin liegen vor allem egoistische Motive zu grunde – kein Teilen im Sinne eines Facebook Shares.

Beispiele

„Träumen“

Pinterest Pinnwand "Träumen"

Pinterest Pinnwand „Träumen“

 

„Inspiration“

Pinterest Pinnwand "Inspiration"

Pinterest Pinnwand „Inspiration“

 

„Planung“

Pinterest Pinnwand "Planung"

Pinterest Pinnwand „Planung“

 

Das sind die Themen, die auf Pinterest die größte Bedeutung haben – für Frauen (Quelle: https://blog.rjmetrics.com):

Pinterest Pins von Frauen nach Kategorien

Pinterest Pins von Frauen nach Kategorien

 

Wer auf Pinterest unterwegs ist, wird bemerken, dass die dort hochgeladenen Bilder auffällig hochwertig und ästhetisch sind. Keine Schnappschüsse, die man, wie auf Instagram, mal schnell teilt, sondern professionelle, in Szene gesetzte Bilder.

Marketing Nutzen

Worin liegt der Nutzen für eine Marke? Durch die Reichweite von Bildern auf der Pinterest Plattform Markenbekanntheit, Merkenerlebnis und Image / Reputation verstärken. Zusätzlich kann Traffic auf die eigene Webseite generiert werden. Erzeugt wird diese Reichweite im Stream des Nutzers und durch die Suche.

Wie diese Grafik von Shareaholic zeigt, liefert Pinterest nach Facebook den meisten Traffic auf die eigene Webseite (Quelle: http://www.forbes.com):

Social Media: Verweisender Traffic im Vergleich

Social Media: Verweisender Traffic im Vergleich

 

Aus diesem Grund sollten Webseiten dahingehend optimiert werden, dass ein Pin it Button integriert wird, um den Usern das Pinnen so einfach wie möglich zu machen.

 

Pinterest Beispiel Pin Button

Pinterest Beispiel Pin Button

 

Pinterest Beispiel Pin Button

Pinterest Beispiel Pin Button

Der User kann nun auswählen, auf welche seiner Pinnwände das Bild gepint werden soll. User, die diesem Nutzer oder der Pinnwand folgen, sehen nun in Ihrem Stream die Aktivität und Liken oder Repinnen das Bild – und schon startet die Multiplikation.

Instagram

User und Intention

Angeblich ist „2017 Instagram das Facebook von heute“. Doch was macht Instagram eigentlich aus?

Das besondere an Instagram ist, dass es so gut wie ausschließlich mobil genutzt wird, über die App. Es geht darum, unterwegs Schnappschüsse aus dem eigenen Leben mit seinen Freunden zu teilen. Der Fokus liegt hier auf dem Moment, an dem man Freunde teilhaben lassen möchte, im Gegensatz zum „egoistischen, zukunftsorientierten“ Pinterest. Die Bilder auf Instagram stellen in der Regel Aufnahmen in Echtzeit dar – spontan, kreativ, aussagekräftig. Es geht nicht wie bei Pinterest um Ästhetik, sondern um das „Hier und Jetzt“ und um das Teilen.

Instagram lebt vor allem von den Hashtags, wie z.B. #love #selfie #instagood.

Marketing Nutzen

Im Gegensatz zu Pinterest generiert Instagram keinen Traffic auf die eigene Webseite, da es keine Links gibt. Der Fokus liegt in der Steigerung der Markenbekanntheit, die Marke erlebbar zu machen und das Image / die Reputation zu stärken.

Dabei steigern Hashtags die Interaktionsrate und verlängern die Halbwertszeit von Inhalten. Es kann direkt nach Hashtags gesucht werden. Außerdem identifizieren sie Inhalte von Unternehmen.

Das höchste Ziel einer jeden Marke ist es gebrandete / eigene Hashtags in der Community zu etablieren, so dass diese von Usern verwendet werden, z.B. Nike #justdoit oder whatsbeef mit #whtsbf

Instagram #justdoit

Instagram #justdoit

Instagram #whtsbf

Instagram #whtsbf

Im Gegensatz zu Pinterest wird Reichweite bei Instagram nicht durch Teilen erzeugt, sondern im Stream des Nutzers, via Hashtags, durch die Suche und durch Markierung anderer Nutzer.

FAZIT:

Sowohl Pinterest, als auch Instagram werden wohl in Zukunft vor allem auch in Deutschland an Bedeutung gewinnen. Für Marken / Unternehmen handelt es sich hier um zwei komplett unterschiedliche soziale Kanäle, die entsprechend unterschiedlich bedient werden müssen. Der Content bzw. die Content-Strategie muss an das Verhalten der Nutzer, die Funktionsweisen der jeweiligen Plattform zur Reichenweitengenerierung und an die eigenen Ziele angepasst werden. Als Marketer sollte man sich in Bezug auf Pinterest z.B. die Frage stellen, welche authentischen Themenwelten ich mit welchen hochwertigen Bildern rund um meine Marke aufbauen kann. Sollte Instagram Mittel der Wahl sein (das eine schließt das andere nicht aus), sollte man sich Gedanken machen, welche Hashtags zum Unternehmen / zur Marke passen und über welche Multiplikatoren diese etabliert werden können.

TIPP:

Machen Sie auf keinen Fall den Fehler, den gleichen Content für unterschiedliche soziale Plattformen zu nutzen. Jedes soziale Netzwerk folgt seinen eigenen Regeln. Machen Sie sich die Mühe und differenzieren Sie. Nehmen Sie auch die unterschiedlichen Intentionen der Plattform-User ernst. Hier lässt sich ganz wunderbar das gute, alte Marketing-Sprichwort anwenden: „Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.“

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